Zwei Forscherteams teilen sich den 5. Forschungspreis der Reha Rheinfelden

12.01.2017

Die Reha Rheinfelden verleiht den Forschungspreis 2016 an zwei Forschungsteams aus dem Bereich Physiotherapie mit ihren Studien „Kosten der physiotherapeutischen Behandlungen“ sowie „Therapie nach einer Krebserkrankung“. Der mit CHF 5‘000.– dotierte Forschungspreis für wissenschaftliche Arbeiten im therapeutischen Bereich wird je zur Hälfte an beide Teams vergeben.

Zertifikatsübergabe Forschungspreis 2016 (v. l. Matthias Mühlheim, Adm. Direktor; Dominique Monnin; Dr. Corina Schuster-Amft, Leiterin wissenschaftliche Abteilung; Dr. Martin Verra; Roger Hilfiker; Prof. Dr. Thierry Ettlin, Chefarzt und Med. Direktor)zoom
Zertifikatsübergabe Forschungspreis 2016 (v. l. Matthias Mühlheim, Adm. Direktor; Dominique Monnin; Dr. Corina Schuster-Amft, Leiterin wissenschaftliche Abteilung; Dr. Martin Verra; Roger Hilfiker; Prof. Dr. Thierry Ettlin, Chefarzt und Med. Direktor)

Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit sind die drei Hauptkriterien für die Anwendung und Kostenübernahme einer Therapie. Angesichts der weiter steigenden Kosten im Gesundheitswesen ist es von grosser Bedeutung, dass diese Kriterien erfüllt sind. Die zwei heute ausgezeichneten Forscherteams beschäftigten sich mit diesen wichtigen Parametern.

Ein Forscherteam aus dem Bereich der Physiotherapie der Universitätsspitäler in Genf und der Fachhochschule Westschweiz befasste sich mit den Kosten und Nutzen von physiotherapeutischen Behandlungen. Dabei untersuchten sie erstens, wie kosteneffektiv die physiotherapeutische im Vergleich zur konventionellen Behandlung (z. B. mit Medikamenten) ist, zweitens, wie kosteneffektiv die physiotherapeutische Behandlung ist, wenn sie zusätzlich zur konventionellen Behandlung angewendet wird und drittens, bei welchen Krankheitsbildern das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis durch die physiotherapeutische bzw. konventionelle Behandlung erreicht wird.

In der zweiten prämierten Arbeit untersuchte ein Forscherteam aus dem Bereich der Physiotherapie der Fachhochschule Westschweiz, der Berner und Zürcher Fachhochschulen sowie der Universitätsspitäler Bern und Zürich, welche physiotherapeutischen Behandlungen bei Erschöpfungszuständen wirksam sind. Bei einer Grosszahl der Patienten treten diese massiv einschränkenden Erschöpfungszustände während und nach einer Krebserkrankung auf. Die Forscher verglichen dabei die Wirksamkeit unterschiedlicher Arten von körperlicher Aktivität und anderen nicht-medikamentösen Behandlungen wie z. B. der kognitiven Verhaltenstherapie.

Der Forschungspreis der Reha Rheinfelden wurde an zwei qualitativ sehr hochstehende Arbeiten verliehen. Zum einen an Elisabeth Bürge†, Dominique Monnin, André Berchtold und Lara Allet für ihre Arbeit “Cost-effectiveness of physical therapy only and of usual care for various health conditions: systematic review” und zum anderen an Roger Hilfiker, André Meichtry, Manuela Eicher, Lina Nilsson Balfe, Ruud Knols, Martin Verra und Jan Taeymans für ihre Arbeit “Exercise and other non-pharmaceutical interventions for cancer-related fatigue in patients during or after cancer treatment: a systematic review incorporating an indirect-comparisons meta-analysis”. Aus 16 eingegangenen Studien von unterschiedlichen Fachhochschulen, Hochschulen und klinischen Forschungseinrichtungen beurteilte die unabhängige Jury diese Arbeiten als die Besten. Jede Forschergruppe erhielt neben einer Urkunde eine Preissumme von CHF 2‘500.–. Die Preisübergabe fand im Rahmen einer grossen Fortbildungsveranstaltung der Reha Rheinfelden statt, bei welcher beide Forschungsarbeiten von den Originalautoren einem interessierten Publikum präsentiert wurden.

Die beurteilende Jury setzte sich aus drei Mitgliedern zusammen: Prof. Annina Schmid (Forscherin am Nuffield Department of Clinical Neurosciences der Oxford University, Oxford, GB), Dr. Jan Kool (Verantwortlicher Forschung und Entwicklung Physiotherapie der Kliniken Valens) und Dr. Corina Schuster-Amft (Leiterin wissenschaftliche Abteilung der Reha Rheinfelden und Initiantin des Preises). Die eingegangenen Arbeiten wurden jeweils von zwei Jurymitgliedern unabhängig voneinander beurteilt und hinsichtlich der Originalität, dem Bezug zum praktischen therapeutischen Alltag sowie dem methodischen Vorgehen bewertet.

Der Forschungspreis wird jährlich vergeben. Die Ausschreibung für den Forschungspreis 2017 läuft bereits.


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