3. Nationales Symposium für Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen
Visionäre Klinik-IT - Eine proaktive Bedarfsanalyse
Einleitung
Die Bedeutung der Informationstechnologien im Gesundheitswesen nimmt stetig zu. Angebote und Bedürfnisse unterliegen starkem Wachstum. Entscheidungen für Implementierungen von Systemen müssen diese Entwicklungen vorwegnehmen, will das Unternehmen ein innovatives Arbeitsumfeld sicherstellen. Herkömmliche Bedürfnisabklärungen beruhen auf bestehenden Systemen und berücksichtigen keine zukünftigen Entwicklungen. Die proaktive Bedarfsanalyse identifiziert visionäre Bedürfnisse der IT-Nutzer, beurteilt ihren Wert für den Arbeitseinsatz und schätzt ihre Realisierbarkeit ein. Die Ergebnisse dienen der IT-Strategie als zukunftsorientierte Leitlinie.
Fragestellung / Ziel
Welche IT-Trends und Entwicklungen sehen Vertreter verschiedener Bereiche der Klinik voraus? Wie schätzen sie Bedeutung und Realisierbarkeit ein?
Methode
1. Workshop
Interdisziplinärer kreativer Workshop zur Entwicklung der Visionen. Freier Entwurf von Zukunftsvorstellungen unabhängig ihrer Realisierbarkeit. Kategorisierung der Ergebnisse nach lernenden/unterstützenden Systemen, Anbindung/Standardisierung, Leistung und Vernetzung. Entwurf eines Szenarios „Ein Kliniktag im Jahr 2020“.
2. Delphi-Befragung
Thesenableitung und anonyme Einzeleinschätzungen von Bedeutung und Wahrscheinlichkeit. Wiederholung mit Rückmeldung der Antwortmittelwerte bis zum Erreichen von Antwortkonvergenz.
Resultate
- Zukünftige Verwendung von kleinen portablen untereinander vernetzten Ein-Systemlösungen (Bp. iFolie®).
- Verstärkter Einsatz von lernenden Systemen (automatische Personenerkennung, Ortung, direkte Freigabe adäquater Daten).
- Automatische Anbindungen an neue Informationsplattformen (themenzentrierte Foren, Chatrooms, aktive Tools zur Diagnosestellung/Behandlungsplanung
- Integration des Patienten als User ins Klinikinformationssystem
- Intelligente Räume mit Anpassungsfunktion an Mitarbeiter- und Patientenbedürfnisse
Diskussion
Die in diesem Projekt identifizierten Visionen sind durch die zusätzliche Einschätzung ihrer Realisierbarkeit solche, welche in den nächsten 10-20 Jahren eine hohe Eintretenswahrscheinlichkeit haben. Dies erlaubt der PK Hohenegg eine zielgerichtete strategische Ausrichtung, welche schnelle Reaktionsbereitschaften auf reale Systeminnovationen gewährleistet. Noch fehlt eine Analyse in einem grösser gefassten Rahmen. Es ist zu erwarten, dass die Entwicklungen Institutionsgrenzen und Länder überschreiten werden und der globalen Kommunikationsstruktur und des dazugehörigen Ressourcen und Risikomanagements auch klinikintern grosse Bedeutung zukommen wird.
Schlussfolgerung
Die Proaktive Bedarfsanalyse hat sich als eine geeignete Methode zur Entwicklung visionärer Strategieleitlinien erwiesen. Eine frühzeitige und hohe Bereitstellung dieser zukünftigen Anforderungen auf Unternehmensebene wird ein wichtiger strategischer Erfolgsfaktor und Konkurrenzvorteil in den nächsten Jahren sein.
- Dateien:
Poster_IT.pdf
